Der Katastrophenschutz wird tätig, wenn sogenannte Großschadenslagen eintreten. Darunter fallen zum Beispiel schwere Unglücksfälle oder Naturkatastrophen mit vielen Verletzten. Seit 1985 unterhält der DRK-Kreisverband Rhein-Sieg e.V. eine schnelle Einsatzgruppe (SEG) in Zusammenarbeit mit der Kreisverwaltung des Rhein-Sieg-Kreises. Hauptaufgabe ist die schnellstmögliche Versorgung von Verletzten, aber auch die Betreuung und Verpflegung von nicht verletzten Betroffenen.
Das Deutsche Rote Kreuz stellt ca. 50 % der für den Rhein-Sieg-Kreis vorgesehenen Sanitäts- und Betreuungseinheiten. Im Einsatzfall stellen wir eine Transportkomponente mit Rettungswagen (RTW), Krankenwagen (KTW), Mannschaftstransportwagen (MTW), Einsatzleitwagen (ELW) sowie Spezialfahrzeuge des Katastrophenschutzes: Gerätewagen Sanitätsdienst (GW-San), Anhänger mit Technik- und Sicherheitskomponenten (TeSi), Viertrage-Krankenwagen (4KTW), sowie ein Container-Wechsellader LKW mit einem Abrollcontainer mit medizinischen und technischen Geräten für den sogenannten Massenanfall von Verletzten. Dieser bildet zusammen mit dem GW-San und einem weiteren GW-San einer anderen Hilfsorganisation die Komponenten eines Behandlungsplatzes für 50 Verletzte (BHP50).
Neben der SEG-Rettungsdienst gehören zum Katastrophenschutz des Rhein-Sieg-Kreises außerdem die SEG-Betreuung (Verpflegung und Versorgung) und die SEG Sanitätsdienst (Sanitätsdienste bei Großveranstaltungen, Evakuierungsmaßnahmen etc.). Im Aufbau befindet sich derzeit eine CBRN(E) -Einheit, zuständig für die Behandlung von Verletzten aus Schadensereignissen mit chemischen, biologischen, radiologischen, nuklearen oder – mit Einschränkungen – explosiven Hintergründen. Wenn man so will, ist dies eine Wiederbelebung der ABC-Einheiten, die nach dem Ende des kalten Krieges aufgelöst wurden. Damit soll auch der zunehmenden terroristischen Gefährdungslage Rechnung getragen werden.
Die Alarmierung der SEG-Komponenten erfolgt auf Anforderung der Feuer- und Rettungsstelle des Rhein-Sieg-Kreises über die DRK Einsatzzentrale in Niederkassel, die 24 Stunden am Tag besetzt ist. So können schnellstmöglich die freiwilligen Helfer im Rhein-Sieg-Kreis alarmiert werden.