Sie sind hier: Aktuelles
Sonntag, 16. Juli 17 um 17:31 | Von: Fabian Müller, Fotos: Fabian Müller

Fiktiver Einsatz: Notunterkunft erfolgreich verlegt

Ein Wasserrohrbruch in einer Notunterkunft, was ist zu tun? Am vergangenen Sonntag (16.07.2017) probten Einsatzkräfte des DRK Rhein-Sieg auf dem Gelände der Hennefer Gesamtschule den Ernstfall.
Aula der Hennefer Gesamtschule: Einige Betroffene und Verletzte sind durch weiße Anzüge dargestellt

Hennef. „Hier sind viele Verletzte, hierher“, ruft Marjam Koch hysterisch, als die Einsatzkräfte des DRK Rhein-Sieg die Gesamtschulaula in Hennef betreten. „Ihr seid doch viel zu wenige, das endet doch in einer riesigen Katastrophe!“ Koch lässt nicht locker. Ein Rotkreuzhelfer kommt heran, spricht ein paar beruhigende Worte, schließlich verlässt die 24-Jährige die Unglücksstelle. Die Einsatzkräfte widmen sich nun der Lageerkundung, fordern Verstärkung an, versorgen die Verwundeten. Auch unverletzte Betroffene werden von Betreuungskräften vom Ort des Geschehens wegbegleitet: Nach und nach bringen die Katastrophenschützerinnen und Katastrophenschützer die Lage unter Kontrolle.

Rotkreuzlerin am Funkgerät: Koordination im Einsatz ist alles

Ein Wasserrohrbruch hat sich in einer Notunterkunft ereignet, so das fiktive Szenario dieser Übung, die Marjam Koch als Betroffenendarstellerin unterstützt – und das hat Folgen für die laut Trainingssachverhalt rund 50 Bewohnerinnen und Bewohner: Sie brauchen eine neue Bleibe, zudem haben sich fünfzehn Menschen durch das Unglück verletzt. Schwangere, Fremdsprachige und weitere besonders hilfsbedürftige Personen verkomplizieren die Lage für die Ehrenamtlichen zusätzlich.

Hintergrund für das Schreckensszenario ist die erste von drei Übungen in diesem Jahr, in denen die Einsatzeinheiten des DRK Rhein-Sieg das Vorgehen für reale Unglücksfälle trainieren sollen.

Die multifunktionalen Einsatzeinheiten

Ehrenamtliche treffen im Mannschaftswagen an der Einsatzstelle ein

„Einsatzeinheiten sind die multifunktionalen Einheiten des Katastrophenschutzes“, erklärt dazu Kreisbereitschaftsleiter Carsten Ludwigs. „Angehörige des Sanitäts- und Betreuungsdienstes, aber auch des Fachdienstes Technik und Sicherheit, ein Führungstrupp und eine Notärztin oder ein Notarzt sind Teil dieser Katastrophenschutzeinheit.“ Damit decke die Einsatzeinheit ein breites Kompetenzspektrum ab. Eine Stärke von insgesamt 33 Personen sieht das Konzept des Landes NRW für die Bevölkerungsschützer vor.

Besprechung der Übungsleitung nach dem Einsatz

 „Bereits im vergangenen Jahr hat eine gemeinsame Übung aller Einsatzeinheiten auf dem Windecker Bauhof stattgefunden“, erläutert er. Ziel dieses neuen Szenarios sei es nun gewesen, den Mitgliedern der ersten Einsatzeinheit einen Erfahrungsgewinn in der Zusammenarbeit zu ermöglichen. „Einsatzkräfte aus Lohmar, Windeck, Sankt Augustin, Neunkirchen-Seelscheid, Bad Honnef und Troisdorf gehören zur ersten Einsatzeinheit“, erläutert er.

„Wir haben unser Ziel erreicht, die Einsatzkräfte haben die Lage erledigt und konnten sich in einer praktischen Herausforderung bewähren“, zieht der Kreisbereitschaftsleiter gegen Ende des Übungstages Resumee. „Ich danke insbesondere auch unseren Helferinnen und Helfern für die Teilnahme“. Schließlich hätten viele Ehrenamtliche an diesem ereignisreichen Wochenende in ihren Ortsvereinen bereits in zahlreichen Sanitätsdiensten mitgewirkt.

Mitglieder des Sanitätsdienstes erkunden die Lage
Schnelle Absprache zwischen Führungskräften im Einsatz
Ehrenamtliche registrieren betroffene Personen
Angehörige des Sanitätsdienstes
Rotkreuzlerinnen und Rotkreuzler sichten ihre Einsatzstelle
Mitglieder des Fachdienstes Sanitätsdienst bei Verletzter